ReiseEpisoden.de

Süd-Ost-Asien-Tagebuch

von Sebastian Lemke, Sebastian Stengel und Rüdiger Behrendt 

8.März 2000 - 7.April 2000: Vietnam - Laos-Kambodscha -Thailand

 


Name: ReiseEpisoden.de-Team 

Datum: Mittwoch, 8 März, 2000 um 17:48:34

Kommentar:

So, nun geht's endlich los! Die Idee "Süd-Ost-Asien" entstand vor ca. einem Jahr in einem Bookshop auf einem New-Yorker Flughafen. Wir nutzten da unseren 3-stündigen Aufenthalt nach einer Tour durch Mexico, Guatemala, El Salvador, Honduras, Nicaragua, Costa Rica und Panama zum Shoppen. Dabei fiel uns der "Let's Go: South-East Asia" in die Hand. Lemke meinte gleich: "Süden ist gut - da scheint immer die Sonne!". Darauf Behrendt: " ... und im Osten geht die Sonne auf!". Und Stengel fügte hinzu: "Und Asien ist eigentlich immer eine Reise wert!". Und damit stand unsere Reise nach Süd-Ost Asien in groben Zügen bereits fest. Daheim in Pasewalk kam Rüdiger beim Imbiss ins Gespräch mit seinem vietnamesischen Lieblingsdöner- Fachverkäufer vom ReWe-Markt in der Oststadt. Inspiriert durch seine Erzählungen planten wir zunächst Vietnam vom Süden bis zu den Bergvölkern im Norden zu bereisen. In der Ausgabe 34/99 des Focus las Sebastian einen Artikel über das neuentdeckte Tigerkaninchen tief im Dickicht des laotischen Dschungels, auf dessen Suche wir uns auch begeben wollen. Um nun nicht auf der selben Strecke zurückzureisen, entschieden wir uns den Rückflug von Bangkok zu nehmen, worüber wir ja hörten, dass es auch eine Reise wert sein soll ;-) . Die Vorbereitungen liefen im November an, als der Flug gebucht wurde und wir uns ein wenig mit der dortigen Kultur beschäftigten. Gestern abend dann trafen wir uns zum Abschluß der Vorbereitungen im der Villa Lemke um 21:30 Uhr zum Rucksack-Probepacken. Dies brachten wir recht schnell hinter uns, weil alle sehr abgespannt waren. El Medico Stengel hatte im Rahmen einer Famulatur in den letzten Tagen ein wenig kleine Finger operiert, el Musico Sebastian Lemke mit seiner Band ein paar Songs im Studio eingespielt und Rüdiger an langen Arbeitstagen die Aufgaben für die nächsten 4 Wochen organisiert. Nachher geht's dann mit dem 18:00 Uhr-Zug nach Berlin. Wir freuen uns schon auf das obligatorische Herzlich-Willkommen-und-Gute-Reise-Abend-Buffett unserer Hauptstadt-Kontaktperson Christian Wiskow alias Don Bosco. Schon seit Jahren ist dies DAS erste Highlight jeder Reise. Morgen früh geht's dann um 5:55 Uhr nach Frankfurt, wo unser Flieger uns um punkt 12 in Richtung Singapur bringen wird. Anschließend geht's nach Saigon, wo wir ca. 12:30 Uhr Ortszeit am darauffolgenden Tag landen werden. Wird das Essen schmecken? Welche Filme laufen diesmal im Flieger? Wieviele Drinks wird Rüdiger diesmal der Stewardess abringen können? Wird er seinen Rekord von 9 Wodka-Orange auf einem Flug brechen? Wird er danach wieder brechen? Wird er danach vietnamesisch sprechen? Das alles werdet Ihr dann im nächsten Tagebuch-Eintrag erfahren. Auch den ersten Zwischenstand beim Skat werden wir Euch nicht vorenthalten. Tschau, bis bald, wenn es dann heisst: Gooooood moooorniiiiing Viiiiiiiiietnaaaaaaaahhhm!

 


Name: ReiseepisodenTeam vom 10.3.2000 

Datum: Freitag, 10 März, 2000 um 10:09:45

Kommentar:

Wir sind in Vietnam, genauer in Saigon, noch genauer in Ho-Chi-Minh-City. Nach einem anstrengenden zwoelfstuendigen, thrombose(!)gefaehrlichen Flug erreichten wir Singapur und zwei Stunden spaeter Saigon. Die Zeit vertrieben wir uns neben dem Verspeisen der Flugzeugnahrung (nur unwesentlich besser als Kosmonautenessen) mit se(x)chs- maligem Angucken von James Bond - Die Welt ist nicht genug. Es gab zwar noch siebzehn andere Filme, aber die waren leider alle nur drittklassig. Nach den langwierigen Zoll- und Visaformalitaeten empfingen uns auf dem Flugplatz nicht nur drueckende Hitze sondern auch ca. 70 Taxifahrer, die fuer uns "Spalier standen". Wir haben fuer 12 Dollar ein Dreibettzimmer in einem ansprechenden Hotel gefunden (Stadtmitte) und haben bereits eine Stadtrundfahrt auf drei Mopedruecksitzen hinter uns. Die Sehenswuerdigkeiten waren weniger interessant, das eigentlich aufregende sind die Menschen und der Strassenverkehr. Aus den bisher drei Stunden hier in Saigon koennen wir noch keine weiteren Eindruecke schildern, in den naechsten Tagen rudern wir durchs Mekong-Delta. Oder lassen wir uns rudern?!?

 


Name: reiseepisoden-team 

Datum: Sonntag, 12 März, 2000 um 11:50:18

Kommentar:

haben eine heisse nacht hinter uns....(ca.28 grad durchgehend..sind bei sonnenaufgang mit boot durchs mekongdelta gerudert, haben uns einen schwimmenden markt mit allen moeglichen fruechten, gemuese und sonstigem essbaren zeugs besucht. wurden danach von onkel ho zum whiskey trinken eingeladen und haben uns mit ihm viel ueber schlangen unterhalten, worauf er uns gleich seine python um den hals warf. nun zur statistik: skatstand: rue +395 lemke +291 stengel +170 ; verschossene fotos: 350; versuchen jetzt einen nachtbus zu bekommen. vielleicht schaffen wir ja noch bis nach dalat, das klein paris vietnams, zu einem der gigantischen wasserfaelle nach dambri oder nach nha trang, ein toller strand am chinesichen meer, zu gelangen. der strand waere uns zwar jetzt das liebste ist allerdings auch am schwierigsten zu erreichen....

 


Name: reiseepisoden.de-team aus Hoi An 

Datum: Mittwoch, 15 März, 2000 um 09:14:24

Kommentar:

Sind heute frueh aus Nha Trang mit dem Nachtbus nach Hoi An gekommen. In Nha Trang haben wir uns fuer 4 US-Dollar 100 ccm Maschinen ausgeliehen mit denen wir uns zunaechst in den vietnamesischen Strassenverkehr stuerzten. Wir machten folgende Erfahrungen mit den hiesigen Verkehrsregeln: 1. Regel: Es gibt keine Regeln! 2.Regel: der Staerke gewinnt, der sich als schwaecherer Fuehlende sollte rechtzeitig ausweichen! 3.Regel: ueberholt wird rechts oder links, wobei letzteres durchaus auch bedeuten kann, dass man links am Gegenverkehr vorbeifaehrt. Nachdem uns die Regeln in Fleisch, Blut und Schweiss(!) uebergegangen sind genossen wir das easy-rider Gefuehl durch vietnamesiche reisfelder, vorbei an traumhaften Landschaften, Doerfern, Straenden und wunderschoenen gruen-bewaldeten Bergkuppen. Ziel unseres Abstechers war der 80 km entfernte Wasserfall indem wir nach ca. 3 h Fahrt ein abkuehlendes Bad genossen. Zurueck, dem Sonnenuntergang entgegen, formten wir uns Schlitzaugen, um den tieffliegenden Mosquitos keine Angriffsflaeche zu bieten!! Statistik: Skatstand (mittlerweile mit Rammsch-Runden) Rue: +750 Stengel: +215, Lemke: -91, wobei er die Hoffnung noch lange nicht aufgibt!! Temperatur (15.15 Ortszeit) 35 Grad, derzeitiger Souvenierstand: 3 Reishuete!

 


Name: ReiseEpisoden.de-Team aus Hanoi 

Datum: Sonntag, 19 März, 2000 um 10:54:20

Kommentar:

Ueber Vietnam-Schumi oder Wie langsam muss man fahren, um fuer 600 Kilometer 15 Stunden zu brauchen. Nachdem wir froh waren, Bustickets nach Hanoi zu bekommen, die uns vor allem aus dem Anti-Touri-Nest Dong Ha wegfuehren sollten, warteten wir um 8:00 abends auf unseren Bus. Dieser kam ca. 45 Minuten zu spaet (noch innerhalb des vietnamesischen Ermessensbereiches!) und war hoffnungslos ueberladen! Schliesslich fanden sich fuer uns doch noch drei Sitzplaetze und fuer die Rucksaecke ein Platz auf dem Boden des hinteren Gangs. Los ging es. Jedoch nicht lange, denn schon nach 10 Minuten war wieder Halt vor einem Hotel, das wahrscheinlich dem Schwager des Busfahrers gehoerte. Zwei aeltere Ami-Ehepaare, allem Anschein nach Vietnam- Veteranen, belegten zu viert die vorderen acht Plaetze. Denen wurde die Wartezeit zu lang und mit einer lauten Diskussion die in einem Betaetigen der Bus-Hupe (150 dB, mind.!!!) gipfelte, versuchten sie den Busfahrer zum Aufbruch zu bewegen. Das beeindruckte selbst die Hup-fanatischen Eingeborenen und auf ging es mit Tempo 25. Anfangs freuten wir uns darueber, dass die holperige Strasse stellenweise ausbessert wurde. Als nach 4 Stunden (85 km!) sich jedoch keine Veraenderung der Trasse zeigte, wurde uns bewusst, dass wir uns auf der laengsten Baustelle Suedostasiens befanden. Sitztechnisch waren wir aehnlich schlecht eingerichtet. Sebastian L. sass ueber der Motorlueftung und musste sich alte heroische Kriegserinnerungen seines Nachbarn anhoeren. Ruediger's Sitz ging fast eben in einen Radkasten ueber (ein Bus hat grosse Raeder und Ruediger lange Beine!) sodass er die ganze Fahrt in der Hocke verbrachte. Sebastian St. klemmte mehr als er sass neben einer amerikanischen Planschkuh, die unentwegt Chips in sich reinstopfte und neben der er aussah wie ihr linker Unterschenkel. Am fruehen Morgen wurde die Strasse besser. Leider veranlasste dies den Busfahrer aber nicht dazu, die Geschwindigkeit zu erhoehen und wir trauten unseren Augen kaum als nach bereits 12stuendiger Fahrt ein Wegweiser fuer Hanoi immernoch 150 km anzeigte. Fuer diese brauchte er dann die restlichen sechseinhalb Stunden. Trotzallem bummeln wir jetzt froh und munter durch Hanoi's Altstadt und werden uns heute Abend ein Vorstellung des weltbekannten Wasserpuppentheaters anschauen. P.S.: Der Zugriffzaehler auf unseren Tagebuchseiten scheint offenbar manipuliert zu werden, wir wissen aus anderer Quelle, dass bisher 362mal unsere Seiten aufgerufen wurden. Vielen Dank an alle! Statistik: 28 Filme verknipst, Temperatur 20 Grad, regnerisch, Skat: (nach Bockrunde wegen Rue's verlorenem Kontraspiel) Sebastian L. 258, Ruediger 1117, Sebastian St. -52 (Danke, Susi!)

 


Name: ReiseEpsidoen.de-Team 

Datum: Mittwoch, 22 März, 2000 um 17:42:27

Kommentar:

Wir haben hier in Hanoi etwas Aufenthalt, weil wir zum einen kein Visum fuer Laos besitzen und zweitens, was anscheinend noch viel schlimmer ist, in unserem Vietnam-Visum als Ausreiseort der Flughafen Hanois steht. Da das von den hiesigen Grenzbeamten sehr genau genommen wird (sagt man!), lassen wir diese Maengel von den vietnamesischen Behoerden beseitigen, was zum einen Geld kostet und vor allem Zeit! Diese verbringen wir mit dem Besuch der Kulturszene, die einiges zu bieten hat. Da waere zunaechst das Kino: in allen, aber auch wirklich allen Kinos Hanois laeuft derzeit nur der Film "Die Mumie". Desweiteren Theater: hier lohnt sich ein Besuch des weltberuehmten Wasserpuppentheaters. Das muss man sich so vorstellen: die Buehne besteht aus einem Wasserbassin und die Hauptdarsteller sind ca. 50cm grosse, bemahlte Holzpuppen. Dazu komme eine Gruppe lustiger Musikanten. Die Puppen bewegen sich auf der Wasseroberflaeche, technisch kaum erklaerbar, wie von selbst. Dabei wird allerhand Feuerwerk verbrannt und Wasser verspritzt. Alles in allem eine aufregende Sache und wirklich sehenswert. Im Opernhaus spielt man deutsche Klassik - Beethoven's Neunte. Unseren nekrophilen Neigung nachgebend, werden wir uns aber zunaechst ins Mausolaeum Ho Chi Minh's begeben. Dabei muss der Besucher sich den strengen Regeln beugen. Erstens: striktes Fotoverbot (wird es RUE dennoch schaffen? Zumindest hat er in seinem Fotobuch das Kapitel "Unbemerktes Fotografieren" mehrfach gelesen). Zweitens: lange Hose, keine schulterfreie Shirts. Drittens: Haende aus den Hosentaschen! Was zwar nicht ausdruecklich als Verbot formuliert ist, man aber dennoch nicht tun sollte, ist, das Wachpersonal zu fragen: "Ist er wirklich tot?". Wir hoffen dann morgen unsere korrigierten Paesse zurueckzubekommen, um somit am Freitag ins vietnamesische Bergland und Richtung laotische Grenze weiterzureisen.

 


Name: ReiseEpisoden.de-Team 

Datum: Donnerstag, 23 März, 2000 um 12:20:24

Kommentar:

Der heutige Tag setzte uns ein wenig in die Zeit der jungen Pioniere, Wimpel, Halstuecher und "Immer bereit"-Rufe zurueck. Wir nahmen an einem Fahnenapell im Ho-Chi-Minh-Mausoleum teil und posierten anschliessend vor diesem in angemessener Haltung. Wie Ihr auf dem Bild sehen koennt, haben wir verschiedene Vorstellungen von der korrekten Ausfuehrung eines Pioniergrusses. Vielleicht kann ja jemand von Euch helfen und uns eine genaue Anleitung dafuer geben. Oder schreibt einfach ins Forum, wer von uns Eurer Meinung nach die beste Haltung annimmt! Nachdem wir wieder in die Stadt zurueckgehen wollten, wurden wir von einer Kompanie der vietnamesischen Streitkraefte umzingelt und festgehalten. Man hatte uns wohl als Kriegsdensverweigerer oder Ausgemusterte entlarvt. Als Ausloese musste jeder von uns eine harte Tortur durchmachen, die daraus bestand, sich von jedem der 32 Soldaten umarmen und fotografieren zu lassen. (vietnamesische Soldaten sind Foto-fanatischer als Japaner). Es folgte ein heisses Fotoduell zwischen den Soldaten und Ruediger. Nach gut einer halben Stunde bekamen wir dann wieder unsere Freiheit zurueck. Es ist jetzt 6 Uhr abends und wir werden gleich mit dem Nachtbus Richtung laotische Grenze fahren. Wir gehen davon aus, dass wir vor morgen abend noch in Vientiane ankommen werden.

 


Eine Thaelmannpionier-Delegation 

vor dem Ho-Chi-Minh-Mausoleum (Hanoi, 23.3.2000)

Thälmannpionierdelegation vor dem Ho-Chi-Minh-Mausoleum

(Zum Vergroessern anklicken)

 


Name: ReiseEpisoden.de aus Vientiane/Laos 

Datum: Samstag, 25 März, 2000 um 15:21:17

Kommentar:

Ein morgen in der laotischen Hauptstadt oder Sebastian L. in den Haenden der Polizei! "Plumbs! Klirr! Krach!" Diese Geraeusch hoerten Ruediger und Sebastian St. als sie bereits sehnsuechtig auf's Fruehstueck warteten. Sie oeffneten die Badtuer und sahen Sebastian L. eingeseift vor einem in 1000 Scherben zersprungenen Waschbecken stehen. Dort versuchte er vergebens im Regen einer Wasserfontaine selbige zu stoppen. Der ganze Raum wurde innerhalb weniger Sekunden in einen Pool verwandelt und wir hatten zwei Alternativen: Sachen packen und weg oder es dem Hoteleigner zu beichten. Da das Waschbecken nur sehr lose bis gar nicht an der Wand befestigt war, und er sich somit unschuldig fuehlte, entschied sich Sebastian fuer letzteres, duschte und rasierte sich zu Ende, und ging zum Chef des Hauses. Dieser stopfte unter Mithilfe seiner beiden Toechter (eine Asiatin sieht mit Rohrzange noch unbeholfener aus, als eine Europaeerin!) Er schaffte das kaputte Waschbecken weg, machte den mittlerweile mit Wasser vollgelaufenen Schlafraum sauber und ging wieder runter. Dort wurde uns eine Rechnung ueber 20$ fuer dieses Waschbecken praesentiert. Wir weigerten uns und wiesen daraufhin, dass wir wegen eingeschraenkter Duschmoeglichkeiten eigentlich einen Rabatt fuer das Zimmer zu erwarten haetten. Das sah er anders und holte die Polizei. Diese bestand aus einem Uniformierten und einem in Zivil, der offensichtlich das Sagen hatte. Wir schauten uns das Corpus delicti am Tatort an und die Polizisten plaedierten auf eine Fifty-fifty-Regelung. Damit gaben sich weder der Hotelier noch wir zufrieden. Er stellte teils englisch, meist laotisch seine Sicht auf die Dinge dar: er wuerde taeglich seinen Raum checken, wir haetten uns am Vortag von der ordnungsgemaessen Anbringung des Waschbeckens ueberzeugt, Sebastian habe mutwillig das Waschbecken auf die Erde geschmissen, und wir wollten tuermen ohne etwas zu sagen. Wir wiesen die Polizei darauf hin, dass Sebastian weder betrunken noch verrueckt ist ("You can test him!"), dass wir alles tun wuerden, nur nicht in Hotelzimmer beim Einchecken die Waschbecken auf ihre Anbringung zu testen und dass wir sehr wohl dem Hotelier bescheid gesagt haben. So zog sich die Diskussion eine Stunde hin. Die Polizisten trafen keine Entscheidung und der Hotelbesitzer draengte sie, unsere Paesse zu beschlagnahmen. Die Wende kam mit einem Foto, dass Ruediger zur Beweisaufnahme von den Polizisten machte. Wir baten, unter dem Hinweis, dass wir kein Geld bezahlen werden, die Polizei eine Entscheidung zu treffen. Diese telfonierte mit ihrer Zentrale, waren wohl von unserer Unschuld ueberzeugt und sagten uns, dass die volle Zimmermiete zu bezahlen ist und die Sache mit Waschbecken mit dem Hotelier auszudiskutieren sei. Das taten wir auch: bezahlten das Zimmer, nahmen unsere Sachen und gingen. Der Hotelier stellte vor den Augen der Polizei sein Fuss vor die Tuer und hinderte uns am Weggehen. Da die Polizei passiv blieb, draengte Ruediger den Hotelier mit sanfter Gewalt und 95kg weg und wir gingen zum naechsten Tuk-tuk (das laotische Nahverkehrsmittel Nr.1), dass uns zu den Sehenswuerdigkeiten Vientianes brachte.

 


Name: ReiseEpisoden.de-Team aus Luang Prabang (Laos) 

Datum: Dienstag, 28 März, 2000 um 15:20:39

Kommentar:

Als Millionaer durch Sued-Ost-Asien: Wir haben heute hier in Luang Prabang einen Tag zum Auspannen eingelegt (Besichtigung von 2 Hoehlen nach 1,5stuendiger Mekong-Bootstour). In diesem Land der tausend Elefanten haben wir bisher nur einen einzigen gesehen. Dafuer ist es fuer uns das Land der drei Waehrungen: neben dem laotischen Kip ist hier der Thai-Baht und der US-Dollar eine absolut gebraeuchliches Zahlungsmittel. Dieses fordert unsere Rechenkuenste beim Feilschen immer wieder aufs Neue heraus. Wir haben heute hier erfahren, dass das monatliche Durchschnittseinkommen in Laos bei ca. 18 US-Dollar liegt. Somit liegt das jaehrliche Einkommen bei ca. 240 Flaschen Lao-Bier (0,625 l). Unser Tagessatz liegt dagegen bei 25 US-$ pro Person. Wenn wir also so 10 Tage leicht und locker durch das Land ziehen, so geben wir mehr als ein durchschnittliches laotisches Jahreseinkommen aus. Angenommen man wuerde in Deutschland in 10 Tagen ein angenommenes Jahresnettoeinkommen von ca. 40 TDM ausgeben, so kann man sich vorstellen, wie unermesslich reich man als Touri in den Augen der Laoten erscheint. Umso mehr verwundert es uns, dass man hier als Reisender absolut sicher und ungefaehrdet durch das Land fahren kann. Koennte man dies auch in Berlin, wenn man sich dort als Millionaer mit DM 40.000 in der Hosentasche (fuer jeden offensichtlich) zu erkennen gibt?

 


Name: ReiseEpisoden.de-Team aus Phnom Penh (Kambodscha) 

Datum: Sonntag, 2 April, 2000 um 05:20:27

Kommentar:

Von Luang Prabang (Laos) sind wir am Mittwoch nach Angkor (Kambodscha) gefahren. Die letzten 150 km von der thailaendisch-kambodschanischen Grenze haben uns im wahnsinnigsten Sinne des Worte tief beeindruckt, wobei unser Eindruck gross und die Schlaggruben tief waren. Unser Reisefuehrer "Lonely Planet" klassifizierte die Strecke als "something of a joke". Das beschrieb die Route wohlwollend. Die Fahrt war nur mit einem Jeep zu bewaeltigen, bei dem wir die Wahl hatten zwischen engen Plaetzen in der Kabine und staubigen Plaetzen auf der Ladeflaeche. Waehrend sich unsere Rucksaecke und 4 Japaner fuer die zweite Variante entschlossen, preferiertem wir die business class. Und das war gut so! Zunaechst fanden wir es sehr spassig durch die Rueckscheibe die Reisenden aus dem Land der aufgehenden Sonne in Staubwolken untergehen zu sehen. Nach zwei Stunden Fahrt hatte der Fahrer ein gute und eine schlechte Nachricht fuer uns. Die gute: es waren nur noch 30 km. die schlechte: noch 3 Stunden. Als der Jeep dann zwischenzeitlich in den Strassenunebenheiten voellig verschwand und selbst die hinten stehenden Japaner den Horizont nicht mehr sehen konnten, verwandelte sich unsere Schadenfreude in tiefes Mitgefuehl. War es das, was unser Reisefuehrer mit "bone-rattling track" meinte? Ein grosser Teil der Strecke fuehrte eigentlich an dieser vorbei durch Reisfelder und Flussfurten, die von "privaten" Mautstationen besetzt wurden. Diese bestanden aus zwei Dorfbewohnern und einen Knueppel als Schrankenersatz, was auf der rot-staubigen Strasse vor dem Hintergrund der untergehenden Sonne ein schoenes Fotomotiv darstellte. Unser Fahrer liess dann jeweils dezent einen 100 Riel-Schein (ca. 5 Pfennig) aus dem Fenster gleiten, der uns eine angenehme Weiterfahrt garantierte. Puenktlich zum Einbruch der Nacht erreichten wir Angkor.

 


Name: ReiseEpisoden.de-Team aus Bangkok 

Datum: Donnerstag, 6 April, 2000 um 09:20:17

Kommentar:

Unter dem Motto "Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei" sind wir am Ziel unserer Tour angekommen und verbringen nun den Rest unserer zwei Tage in Bangkok. Abschliessend moechten wir Euch eine kleine Statistik der letzten vier Wochen geben: Auf dem Weg durch Indochina haben wir ca. 5800 km mit Bus, Bulli, Taxi, Jeep, Speedboot, Dampfer, Ruderboot, Tuk-Tuk, Motorrikscha, Moped, Fahrradrikscha, Zug und den einen oder anderen auch zu Fuss zurueckgelegt. Das guenstigste Preis-Zeit Verhaeltnis hatte die Fahrt von Dong Ha nach Hanoi mit ca. 1 USD pro Fahrstunde. Dicht gefolgt von einer Tuk-Tuk Fahrt durch Bangkoks Rushhour. Das beste km-Preis Verhaeltnis hatte die Fahrt nach Vientiane mit durchschnittlich 85 km pro Dollar Fahrpreis. Enttaeuschungen erlebten wir nur wenige. Nicht erfuellte Erwartungen: In Vietnam gibt es keine Asia-Imbiss-Buden, in Laos keine Elefanten, in Kambodscha keine Ueberfaelle und in Bangkok haben wir keine Nutten gesehen (wirklich nicht, Mutti!). Unsere groesste Ueberraschung war dafuer, als Sebastian St. am viertletzten Tag unserer Reise eine saubere, frisch gebuegelte zweite kurze Hose aus seinem Rucksack zog, obwohl unsere restriktive, auf optimales Packmass getrimmte Kleiderordnung nur eine erlaubte. Unseren kaeltesten Tag verlebten wir an der Grenze zwischen Vietnam und Laos bei 12 Grad und Nieselregen, den heissesten dagegen in Angkor (Kambodscha) mit 41 Grad im Schatten, den wir nicht fanden.Unterwegs gingen Rue's Handtuch und Sebastian St.'s buntbestickter Hut verloren. Abgesehen von den fuenf Tagen in Hanoi kommen ausserdem noch drei Liter Schweiss pro Tag dazu. Unsere Reiseapotheke wurde um eine Kopfschmerztablette und ein Pflaster dezimiert.Rue hat es auf einen neuen Fotorekord von 2750 Dias gebracht. Aufgrund dieses Umfangs und der dreieinhalb Wochen Entwicklungszeit des Kodak-Fotolabors werden wir es leider nicht schaffen, bis zu Susi's Geburtstag eine Preview zeigen zu koennen. Die ersten Fotos koennt Ihr dann in ca. sechs Wochen ueber die aufbereiteten Tagebuch-Seiten von www.ReiseEpisoden.de sehen, auf denen wir dann auch die Termine unserer Diavortraege veroeffentlichen. Morgen werden wir noch 24 Stunden in Singapur verbringen, bevor wir dann am Samstag nacht in Pasewalk ankommen. Angesichts der Hitze freuen wir uns auf ordentliches Schmuddelwetter und Pullovertemperaturen.Vielen Dank an unsere treuen Leser und Teilnehmer des Forums, dass Euch auch weiterhin offen steht. Die Betraege haben uns sehr gefreut.

Tschuess, bye bye und Auf Wiedersehen - Sebastian, Sebastian und Ruediger.

Bitte besucht unbedingt auch mal unsere Sponsoren, damit wir uns im fernen Osten auch ein wenig Suppe zu den trockenen Reiskörnern gönnen können.;-)